Bundeskriminalamt (BKA)

Grundstoff­überwachung

Einrichtung einer Grundstoffüberwachungsstelle

Zum 01.03.1995 wurde durch das Inkrafttreten des GÜG die "Gemeinsame Grundstoffüberwachungsstelle ZKA/BKA beim Bundeskriminalamt (GÜS)" eingerichtet. Ihre Organisation und einzelnen Aufgaben wurden durch eine Ressortvereinbarung zwischen den Bundesministerien des Innern und der Finanzen festgelegt. Die GÜS ist mit Vertretern des Zollkriminalamtes und des BKA besetzt. Sie ist der zentrale Ansprechpartner für Wirtschaftsbeteiligte und Dachverbände aus dem Chemie- und Pharmabereich, Bindeglied zu den nationalen Genehmigungs-, Überwachungs- und Ermittlungsbehörden sowie zuständige nationale Behörde ("Competent National Authority") für den internationalen Informationsaustausch im Grundstoffbereich.

Allgemeines zur Grundstoffüberwachung

Für die Herstellung von Betäubungsmitteln (mit Ausnahme natürlicher Drogen wie z. B. Cannabis oder Rohopium) werden Chemikalien benötigt. Viele dieser Chemikalien spielen in der chemischen Industrie eine große Rolle bei der Herstellung von beispielsweise Arzneimitteln, Kosmetika und Textilien oder als Reinigungs-, Desinfektions- und Lösungsmittel und werden weltweit zum Teil in großem Umfang legal hergestellt und gehandelt.
Um die illegale Verwendung dieser Chemikalien zu verhindern, wurden national und international Initiativen ergriffen sowie gesetzliche Regelungen eingeführt: UN-Drogenkonvention von 1988, EU-Verordnungen über den Innergemeinschaftlichen Handel sowie den Drittlandshandel und das nationale Grundstoffüberwachungsgesetz (GÜG).

Aktivitäten der Grundstoffüberwachungsstelle

Neben der Entgegennahme von Verdachtsmeldungen werden von der GÜS relevante Informationen ausgewertet, angereichert, bewertet und ggf. an die zuständigen Stellen im In- und Ausland weitergeleitet. Ziele sind insbesondere die Verhinderung der Abzweigung von Chemikalien für die unerlaubte Herstellung von Betäubungsmitteln, aber auch das Aufspüren von Laboren und die Identifizierung von Tätern. Darüber hinaus werden Sensibilisierungsmaßnahmen im Hinblick auf Abzweigungen für Verbände und Wirtschaftsbeteiligte durchgeführt sowie Analysen, Lageberichte und Statistiken gefertigt.