Bundeskriminalamt (BKA)

Tä­ter im Be­reich Cyber­crime - ei­ne Literatur­analyse

Voraussetzung einer wirksamen Bekämpfung von Cybercrime ist ein umfassendes Phänomenverständnis. Dieses setzt fundiertes Wissen zu Tätern, Opfern und Formen der Tatbegehung voraus. Die Literaturanalyse "Täter im Bereich Cybercrime" arbeitet den Wissensbestand zu Hackern auf.

Täter im Bereich Cybercrime werden verallgemeinernd häufig als „Hacker“ bezeichnet. Wie in anderen Kriminalitätsbereichen auch stellt sich die Frage, inwieweit eine weitere Differenzierung unterschiedlicher Tätertypen möglich ist, um auf dieser Basis angepasste staatliche bzw. gesamtgesellschaftliche Reaktionen zu ermöglichen.


Zentrale Ergebnisse

Die Literaturanalyse arbeitet phänomenologische Erkenntnisse über Hacker auf und zeigt in diesem Kontext, dass der typische Hacker Schüler, Auszubildender oder Student ist, der seine Kenntnisse im Bereich Informationstechnik häufig als Autodidakt erworben hat. Im Netz verfügbare Angebote von "Crime as a Service" oder "Malware as a Service" machen es auch weniger geübten Tätern möglich, Angriffe auf Computer und Netzwerke zu verüben.

Bezogen auf die Frage, was Hacker antreibt, scheinen weniger Einzelmotive als Motivbündel eine Rolle zu spielen. Relevanz haben hier der Spaß am Hacken, Neugier und Unterhaltungsaspekte, genauso wie der Nervenkitzel, etwas Unerlaubtes zu tun. Aber auch die Gruppenzugehörigkeit, das Streben nach Status und Macht sowie nach Zerstörung oder Rache können eine Rolle spielen.
Bezogen auf die Prävention sprechen die Ergebnisse der Literaturanalyse darüber hinaus für eine Anwendung situativer Präventionsansätze, um Tatgelegenheiten zu reduzieren und so den Schutz insbesondere vor opportunistischen Tätern bzw. Angriffsroutinen zu erhöhen.