Bundeskriminalamt (BKA)

Wissenschaft und Forschung sind im BKA kein Selbstzweck: Kriminaltechnik dient immer dazu Verbrechen aufzuklären. Das Aufgabenportfolio des Kriminaltechnischen Instituts des BKA reicht von der Tatortarbeit, kriminaltechnischen Fallarbeit über die Forschung und Entwicklung, dem Bereitstellen von Sammlungen und Informationssystemen bis hin zu Lehre und Beratung.

Tatortarbeit

Kernkompetenzen - Fallarbeit

Die Tatortgruppe des BKA wird im In- und Ausland tätig bei

  • der Spurensuche und Spurensicherung am Tatort oder Fundort
  • der Tatortvermessung und Tatortrekonstruktion
  • Entschärfungsmaßnahmen
  • der Beratung bei der Gefahrenabwehr.

Anlassbezogen werden an speziellen Fundorten wie illegalen Rauschgiftlaboren, Schuss-, Sprengstoff- oder Brand-Tatorten weitere Spezialisten und Wissenschaftler aus dem Bereich der Kriminaltechnik hinzugezogen.

Als ständige Alarmorganisation ist ein Ermittler- und Entschärferkommando (EEK) für Spreng- und Brandvorrichtungen eingerichtet. Aufgabe des EEK ist es, die ermittlungsführenden Dienststellen bei Einsatzlagen mit Spreng- und Zündmitteln oder Spreng- und Brandvorrichtungen zu beraten, damit die erforderlichen Maßnahmen sowohl im Bereich der Gefahrenabwehr als auch der Strafverfolgung veranlasst bzw. durchgeführt werden können.

Weitere Informationen zum Themenkomplex Tatortarbeit finden Sie hier.

Spuren-Konferenzen

Bei Tatorten mit einem komplexen Spurenaufkommen werden nach dem Abschluss der Tatortarbeit sogenannte "Spuren-Konferenzen" durchgeführt. Im Rahmen dieser Besprechungen entscheiden alle beteiligten Experten gemeinsam über die weitere Spurensicherung und kriminaltechnische Untersuchung.

Kriminaltechnische Untersuchungen

Das BKA erhält im Jahr etwa 10.000 Aufträge, um die unterschiedlichsten Asservate zu analysieren. Beispiele sind Waffen und Munitionsteile, gefälschte Urkunden, Materialien biologischen Ursprungs, audiovisuelle Aufzeichnungen oder Substanzen wie Rauschgifte, Brandlegungsmittel oder Sprengstoffe. Auftraggeber sind Polizeibehörden, Gerichte, Staatsanwaltschaften oder die Abteilungen des Bundeskriminalamtes selbst. Im Rahmen der internationalen Amtshilfe werden auch Aufträge aus dem Ausland bearbeitet.

Forschung und Entwicklung

Kernkompetenzen - Forschung und Entwicklung

Die kriminaltechnische Forschung und Entwicklung im BKA ist geprägt durch den gesetzlichen Auftrag und das Selbstverständnis des Bundeskriminalamtes als Zentralstelle. In einer Zeit rasanter wissenschaftlicher und technischer Entwicklung sowie zunehmender Internationalisierung müssen sich auch die kriminaltechnische Arbeit und ihre Methoden an die sich stetig verändernden Bedingungen anpassen. Für die Kriminaltechnik bedeutet dies: innovative Entwicklung und ständige Optimierung bisheriger Verfahren und Techniken. Das BKA hat hierbei den Anspruch, seine Initiativ- und Führungsrolle auf nationaler und internationaler Ebene beständig auszubauen.

Sammlungen und Informationssysteme

Kernkompetenzen - Sammlungen und Informationssysteme

Wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Beweisführung und somit die Aufklärung von Straftaten sind die kriminaltechnischen Sammlungen und Informationssysteme, die im BKA vorgehalten und den Polizeien von Bund und Ländern zu Verfügung gestellt werden. Tatmittel wie Waffen oder Munition als auch unterschiedlichste Referenzmuster wie beispielsweise Autolacke, Betäubungsmittel, Sprengstoffe oder Fasern sind in diesen Sammlungen enthalten.

Lehre und Beratung

Kernkompetenzen - Lehre und Beratung

Die Aus- und Fortbildung ist ein wichtiger Teil der Arbeit des Kriminaltechnischen Instituts des BKA. So werden beispielsweise Sachverständige aus- und fortgebildet oder Führungskräfte der Polizei, Richter, Staatsanwälte und Strafverteidiger im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen über Stand und Möglichkeiten der Kriminaltechnik informiert. Auch die Weiterbildung von Experten im Ausland ist bewährte Tradition, meist im Rahmen polizeilicher Ausbildungs- und Ausstattungshilfen.

Darüber hinaus werden Kriminalpolizeiliche Gremien und Ministerien auf Landes- und Bundesebene vom BKA hinsichtlich wissenschaftlicher Methoden beraten, die beispielsweise für Präventionsmaßnahmen oder Aspekte der Gesetzgebung von Relevanz sein können.