Bundeskriminalamt (BKA)

Die Fin­ger­spur in der Kri­mi­na­lis­tik

Eine Fingerspur entsteht durch Übertragen eines Hydro-Lipidfilms (Wasser-Fett-Gemisch) auf den Spurenträger: Beim Berühren mit den Fingern wird durch die Papillarleisten Schweiß und Talg auf den Gegenstand übertragen. Diese Substanzübertragung wird in der daktyloskopischen (griech. Daktylos = Finger, skopein = schauen) Spurensicherung sichtbar gemacht. Hierbei ist es wichtig, ob der Spurenträger saugend (z.B. Papier) oder nichtsaugend (z.B. Kunststoff) ist. Je nach Art des Spurenträgers und Alter der Spur empfiehlt sich eine chemische, physikalische oder adhäsive (= anhaftende z.B. mit Rußpulver) Spurensicherung. Die sichtbar gemachten Spuren werden fotografiert oder - bei adhäsiver Sicherung - mit speziellem Klebeband abgeklebt. Die gesicherten Spuren werden durch sachverständige Daktyloskopen ausgewertet und mit Fingerspuren aus der Sammlung verglichen, um den Spurenleger zu identifizieren.