Bundeskriminalamt (BKA)

Menschen­handel

Formen von Menschenhandel

Menschenhandel Menschenhandel

Menschenhandel erfolgt zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, zur Arbeitsausbeutung oder zu anderen Formen der Ausbeutung.

Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung findet nahezu ausschließlich im Prostitutionsmilieu statt. Die Aufdeckung von Straftaten in diesem Deliktsbereich  ist aufgrund der besonderen Bedeutung der sog. "Opferaussage" im Strafverfahren meist schwierig. Deshalb ist hier von einem hohen Dunkelfeld  auszugehen.

Gleiches gilt für den Bereich Arbeitsausbeutung. Den Strafverfolgungsbehörden liegen in diesem Bereich nur geringe Erfahrungswerte vor, so dass das tatsächliche Ausmaß der Straftaten nur schwer abschätzbar ist.

Die Opfer

Die Mehrzahl der Opfer des Menschenhandels stammen aus EU-Mitgliedstaaten (vor allem aus Ost- und Südosteuropa) und halten sich legal in Deutschland auf. Die Betroffenen werden häufig mit Versprechungen für eine legale und angeblich gut bezahlte Arbeit im Ausland angeworben und dann in die Prostitution oder in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse gezwungen. Hierzu setzen die Täter oft auch physische oder psychische Gewalt ein.

Hauptursachen des Menschenhandels sind die Perspektivlosigkeit beziehungsweise die Armut in den Herkunftsländern sowie die Nachfrage in den Zielländern nach Prostituierten und billigen Arbeitskräften. 

Rechtliches

Im Juli 2016 wurden in Umsetzung der Richtlinie 2011/36/EU die Straftatbestände des Menschenhandels im deutschen Strafrecht neu gestaltet. Deutschland kommt damit den Vorgaben des Europäischen Parlamentes nach, Menschenhandel und vor allem die Ausbeutung von Kindern und Erwachsenen in all ihren Facetten zu bekämpfen.

Im Bereich des Menschenhandels werden nach Inkrafttreten der neuen Straftatbestände neben der sexuellen Ausbeutung und Ausbeutung der Arbeitskraft auch die Ausbeutung bei der Ausübung der Bettelei, der Begehung von mit Strafe bedrohten Handlungen sowie Beihilfehandlungen zur rechtswidrigen Organentnahme strafbar (§§ 232, 233 StGB-neu).

Das ebenfalls verabschiedete und ab 01.07.2017 geltende "Prostituiertenschutzgesetz" (ProstSchG) leistet in Ergänzung der Strafvorschriften einen wertvollen Beitrag zum Schutz von in der Prostitution tätigen Personen und unterbindet durch umfangreiche Regelungen deren Ausbeutung.

Infografik

Lagebild Menschenhandel 2015 (PDF, 8MB)

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