Bundeskriminalamt (BKA)

Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­me zur Cy­ber-Kri­mi­na­lis­tin / zum Cy­ber-Kri­mi­na­lis­ten

Lernen Sie in einer zwanzigmonatigen Qualifizierungsmaßnahme den Beruf der Cyber-Kriminalistin / des Cyber-Kriminalisten von der Pike auf.

Inhalte der Qualifizierungsmaßnahme zur Cyber-Kriminalistin / zum Cyber-Kriminalisten beim BKA sind unter anderem Kriminal- und Rechtswissenschaften. Begleitend bietet das BKA zahlreiche polizeispezifische Trainings wie Sprachausbildung, Einsatztraining und Dienstkunde an.

Nach erfolgreich abgelegter Qualifizierungsmaßnahme bietet sich Ihnen die gesamte Palette eigenständiger kriminalpolizeilicher Sachbearbeitung in den Fachabteilungen des BKA. Zu nennen sind hier beispielsweise das Aufklären von Hackingangriffen, Betrugsdelikte im Internet und andere Computerstraftaten, Forensische Ermittlung und Auswertung digitaler Spuren. Unterstützen Sie uns bei den Ermittlungen gegen organisierte Kriminelle oder Terroristen, dem Auswerten von Informationen und bei der Zusammenarbeit mit anderen Polizeibehörden weltweit.

Zudem bestehen beim BKA hervorragende berufliche Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Voraussetzungen

1. Schulabschluss und Notendurchschnitt
Abgeschlossenes Hochschulstudium (Diplom (FH) oder Bachelor) der Informatik, Physik, Mathematik oder vergleichbarer (informations-)technischer / naturwissenschaftlicher Fachrichtungen.

2. Staatsangehörigkeit
Sie sollten die deutsche Staatsangehörigkeit im Sinne des Artikels 116 Grundgesetz besitzen. In Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit, auch ausländische Bewerber/innen zu berücksichtigen. Das BKA freut sich über Bewerbungen von Menschen mit interkulturellem Wissen und Fremdsprachenkenntnissen.

3. Altersgrenze
Die Altersgrenze für Kriminalkommissarinnen und Kriminalkommissare liegt grundsätzlich bei 33 Jahren. Hiervon kann jedoch abgewichen werden:

  • Betreuung von Kindern: Bewerberinnen / Bewerber, die ein Kind unter 18 Jahren betreuen, mit dem sie in einem Haushalt leben, können sich bis zum Alter von maximal 42 Jahren bewerben. Konkret wird Ihnen je Kind, das betreut werden muss, ein Zeitraum von drei Jahren angerechnet.
  • Pflege eines nahen Angehörigen: In gleichem Umfang kann auch die tatsächliche Pflege (ärztliches Gutachten) eines nahen Angehörigen berücksichtigt werden.
  • Zeitsoldatinnen / Zeitsoldaten der Bundeswehr: Weitere Ausnahmeregelungen gibt es für Zeitsoldatinnen und Zeitsoldaten der Bundeswehr (SaZ 12).

4. Führerschein
Grundsätzlich müssen Bewerberinnen und Bewerber den Führerschein der Klasse B vor Einstellung besitzen.

5. Gesundheitliche Eignung
An die Kriminalbeamten des BKA werden im Dienst sehr hohe körperliche Anforderungen gestellt. Durch eine Untersuchung auf Polizeidiensttauglichkeit wird daher die gesundheitliche Eignung der Bewerberinnen und Bewerber im Rahmen des Eignungsauswahlverfahrens festgestellt. Welche gesundheitlichen Anforderungen gefragt sind, ist im Informationsblatt des Ärztlichen Dienstes des Bundeskriminalamtes (PDF, 35KB) näher beschrieben.
Idealerweise sollten Bewerberinnen und Bewerber eine Mindestgröße von 162 cm erreichen.

6. Sprachkenntnisse
Bewerberinnen und Bewerber müssen Englischkenntnisse, die mindestens dem Level B1 gemäß des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) entsprechen, nachweisen.
Folgende Nachweise werden anerkannt:

  • Nachweis auf dem Abitur- oder Fachabiturzeugnis (nicht älter als 2 Jahre), dass das Level B1 gem. GER erreicht wurde
  • Nachweis von vier Jahren Schulenglisch mit mindestens der Note 4 (5 Punkte) in den letzten vier Zeugnissen (nicht älter als 2 Jahre)
  • Eine von der Schule ausgestellte Bescheinigung, aus der eindeutig hervorgeht, dass das Level B1 gem. GER erreicht wurde
  • Nachweis durch ein national oder international anerkanntes Sprachzertifikat (nicht älter als 2 Jahre)

Der Englischnachweis ist spätestens einen Monat vor dem Einstellungstermin vorzulegen. Die für den Nachweis entstehenden Kosten können vom Bundeskriminalamt nicht übernommen werden.

7. Sonstiges
Die Ausübung eines Ehrenamtes bzw. bürgerschaftliches/gesellschaftliches Engagement ist wünschenswert. Des Weiteren sollten Bewerberinnen und Bewerber in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen leben und dürfen nicht vorbestraft sein.

8. Sicherheitsüberprüfung
Vor einer Einstellung beim Bundeskriminalamt erfolgt eine Sicherheitsüberprüfung. Bewerberinnen und Bewerber müssen ihren Wohnsitz in den letzten fünf Jahren in Deutschland, einem Mitgliedsstaat der EU oder einem assoziierten Staat innegehabt haben.

Bewerbung

Bewerben Sie sich über unser Online-Bewerbungsportal unter der Kennziffer BKA-Cyber-Kriminalist/in-2017.

Zur Online-Bewerbung benötigen wir ergänzend folgende Unterlagen von Ihnen:
• Geburtsurkunde
• Fragebogen (Datei-Download über unser Bewerberportal)
• Polizeiliches Führungszeugnis (Privatführungszeugnis)

Tipp: Sie können das Polizeiliche Führungszeugnis (Privatführungszeugnis) bei Ihrer örtlichen Meldebehörde oder aber, falls Sie bereits über einen elektronischen Personalausweis und entsprechendes Kartenlesegerät verfügen, über das Online-Portal des Bundesamts für Justiz beantragen. Informationen zum Führungszeugnis erhalten Sie auf der Internetseite des Bundesjustizamtes. Die Kosten können Ihnen durch das Bundeskriminalamt nicht erstattet werden. Sie können diese jedoch bei Ihrer Steuererklärung geltend machen.

Das Bundeskriminalamt fördert die Gleichstellung von Frauen und Männern und ist deshalb besonders an Bewerbungen von Frauen interessiert, um deren Anteil in Bereichen, in denen sie noch gering vertreten sind, zu steigern. Das Bundeskriminalamt unterstützt auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch flexible Arbeitszeitgestaltung im Rahmen der dienstlichen Möglichkeiten.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Ablauf des Auswahlverfahrens

Erfüllen Sie die formellen Voraussetzungen, laden wir Sie gerne zu unserem Auswahlverfahren ein, das sich in vier Testabschnitte gliedert:

1. Das psychodiagnostische Testverfahren

  • Intelligenztest: Hier werden insbesondere allgemeine kognitive Fähigkeiten geprüft. Es müssen verschiedene Aufgaben erledigt werden, wie z. B. Zahlenreihen, Satzergänzungen, Analogien, Figurenauswahl, Matrizen und Würfelaufgaben.
  • Konzentrationstest: Die Fähigkeit des aufmerksamen und konzentrierten Arbeitens wird geprüft.
  • Rechtschreibtest: Es müssen verschiedene Aufgaben zur deutschen Rechtschreibung, Grammatik und Wortbedeutung bearbeitet werden.
  • IT-Fachtest um eine erste grundsätzliche fachliche Eignung sicherzustellen.

Tipps zur Vorbereitung finden Sie hier.

2. Der Sporttest

Es sind vier Disziplinen zu bewältigen. Am Ende muss eine Mindestpunktzahl erreicht werden:

  • Achterlauf (Lauf in Form einer 8 um fünf Stangen auf Zeit nach vorheriger Erläuterung)
  • (Sitz-)Klimmzüge (Anzahl der Wiederholungen)
  • Eckenlauf (100m-Lauf in der Halle)
  • Ausdauerlauf (6 Minuten/zurückgelegte Wegstrecke)

Tipps zur Vorbereitung finden Sie hier.

3. Das Gruppen- und Einzelgespräch
Zunächst findet eine etwa 20-minütige Gruppendiskussion statt. Den 4 - 5 Teilnehmern wird zunächst ein Diskussionsthema mitgeteilt und Sie haben kurz Zeit, sich entsprechende Notizen zu machen.
Darauf folgt ein Kurzreferat, für das Sie zunächst einen Text erhalten, sich mit diesem 20 Minuten auseinandersetzen und diesen dann gegenüber der Kommission in 5 - 10 Minuten vorstellen. Anschließend werden Verständnisfragen zum Text gestellt.
Zuletzt stellen Sie sich in einem etwa 45-minütigen Einzelgespräch der Prüfungskommission vor.

Tipps zur Vorbereitung finden Sie hier.

4. Ärztliche Untersuchung auf Polizeidiensttauglichkeit

An die Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten des Bundes werden im Dienst sehr hohe körperliche Anforderungen gestellt, die eine uneingeschränkte gesundheitliche Eignung auch für die folgenden Jahre erfordern. Durch eine Untersuchung auf Polizeidiensttauglichkeit wird die gesundheitliche Eignung der Bewerberinnen und Bewerber im Rahmen des Eignungsauswahlverfahrens festgestellt.
Dem Informationsblatt des Ärztlichen Dienstes des Bundeskriminalamtes (PDF, 35KB) können Sie die wesentlichen gesundheitlichen Anforderungen und möglichen Ausschlusskriterien entnehmen.

Im Anschluss an das Auswahlverfahren erfolgt eine Sicherheitsüberprüfung nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz. Um diese durchführen zu können, müssen Bewerberinnen und Bewerber ihren Wohnsitz in den letzten fünf Jahren in Deutschland, einem Mitgliedsstaat der EU oder einem assoziierten Staat innegehabt haben.

Wichtige Informationen zum Auswahlverfahren

  • Die einzelnen Testabschnitte (1 - 4) stellen jeweils "K.O.-Kriterien" im Rahmen des Auswahlverfahrens dar. Sollten Sie einen einzelnen Testabschnitt nicht bestehen, endet das Testverfahren automatisch. Ausnahmen von dieser Regelung sind nicht möglich.
  • Die einzelnen Testabschnitte finden grundsätzlich in Wiesbaden statt, werden zum Teil an unterschiedlichen Tagen durchgeführt, so dass eine mehrmalige Anreise notwendig wird. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Übernachtungsmöglichkeiten anbieten können.
  • Bitte bringen Sie zu jedem Abschnitt des Auswahlverfahrens folgendes mit:
    (a) Schreibmaterial
    (b) Verpflegung
  • Bitte halten Sie nach Aufforderung den Personalbogen I (PDF, 319KB) und Personalbogen II (PDF, 300KB)ausgefüllt bereit.

WICHTIG: Die Reisekosten werden im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen erstattet.
(a) Merkblatt Reisekosten (PDF, 42KB)
(b) Antrag Reisekostenerstattung (PDF, 56KB)

Art der Einstellung

Ihr Weg zur Cyber-Kriminalistin / zum Cyber-Kriminalisten

Die Einstellung erfolgt nach erfolgreichem Abschluss des Auswahlverfahrens zunächst in einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis nach den Regelungen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst in EG 10 TVöD.

Unmittelbar nach der Einstellung folgt eine zwanzigmonatige Qualifizierungsmaßnahme, durchgeführt durch den Fachbereich Kriminalpolizei der Hochschule des Bundes, am BKA-Standort Wiesbaden. Diese besteht zu 50 % aus theoretischen Inhalten, die für die spätere kriminalpolizeiliche Befähigung erforderlich sind. Weitere 50 % der Qualifizierungsmaßnahme bestehen aus hauptberuflichen Tätigkeiten bei den Fachdienststellen des BKA. Nach Abschluss der Maßnahme und dem Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen erfolgt die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe.

Der Tarifbeschäftigtenstatus ist eine reine Übergangsphase, an deren Ende die Verbeamtung steht. Der Einstieg in das Beamtenverhältnis erfolgt in der dritten Qualifikationsebene des Polizeivollzugsdienstes als Kriminaloberkommissar/in (Besoldungsgruppe A10).

Verdienst und Entwicklungsmöglichkeiten

Im vorgeschalteten privatrechtlichen Beschäftigungsverhältnis

Je nach Vorliegen der persönlichen und tariflichen Voraussetzungen kann das Bruttoentgelt während der Qualifizierungsmaßnahme bis zu rund 3.050 €* betragen.

* (Entgeltgruppe 10 TVöD, Tarifstand 11/ 2017)

Einen Bezügerechner finden Sie hier.


Im anschließenden Beamtenverhältnis

Die beamtenrechtliche Besoldung erfolgt unter Berücksichtigung der einschlägigen Berufserfahrung im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften nach Besoldungsgruppe A10 (Kriminaloberkommissar/in) der Bundesbesoldungsordnung (BBesO).

Die daraus folgende Besoldung ist zudem von weiteren persönlichen Merkmalen insbesondere Familienstand und Anzahl der Kinder abhängig. Die anteiligen Kosten für eine Krankenversicherung (private Krankenversicherung) sind selbst zu tragen.

Die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe erfolgt bei Erfüllen aller individuellen Voraussetzungen. Die laufbahnrechtliche Probezeit dauert regulär grundsätzlich 3 Jahre, die Berufung in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit kann bei entsprechender Bewährung im Anschluss erfolgen.

Bei entsprechender Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung sieht die Laufbahn des gehobenen Dienstes Beförderungsmöglichkeiten bis zur Ersten Kriminalhauptkommissarin/ zum Ersten Kriminalhauptkommissar vor (Besoldungsgruppe A13g BBesO).

Einen Bezügerechner finden Sie hier.