Bundeskriminalamt (BKA)

Als Ju­rist bei der Po­li­zei- Die Kar­rie­re von Chri­stoph B. im BKA

  • Datum:30. Mai 2017

Die Karriere von Christoph B. im BKA Quelle: BKA

Seit acht Jahren arbeite ich beim BKA, überwiegend in der Abteilung "Schwere und Organisierte Kriminalität" (SO).

Bei der Bekämpfung der schweren und organisierten Kriminalität ist das BKA die nationale Zentralstelle der deutschen Polizei. Meine Kollegen und ich sind für die Kriminalitätsbekämpfung, die vom Hauptsitz der Abteilung SO in Wiesbaden aus koordiniert wird, nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene zuständig. Alle die Abteilung betreffenden relevanten Straftaten, die eine überregionale Bedeutung haben, werden hier gesammelt und ausgewertet. Anschließend werden die Informationen anderen nationalen und internationalen Polizeidienststellen zur Verfügung gestellt.


Der Waffe auf der Spur

In bestimmen Fällen ermittelt das BKA auch selbst, zum Beispiel wenn es, wie in meinem Aufgabenbereich, u. a. um besondere Fälle der Waffenkriminalität geht. Wird in Deutschland eine Waffe sichergestellt, müssen wir herausfinden, woher sie stammt und ob dieser Typ Waffe schon öfter in Zusammenhang mit Gewaltverbrechen oder anderen Straftaten aufgetaucht ist. Hierzu kooperieren wir mit anderen Polizeidienststellen in Deutschland, aber auch mit ausländischen Dienststellen, da insbesondere illegale Waffen häufig aus dem Ausland zum Verkauf angeboten und hier auf den Markt gebracht werden.


Als Seiteneinsteiger ins BKA

Anders als viele Kolleginnen und Kollegen im BKA bin ich nicht über ein Bachelorstudium zur Polizei gekommen, sondern ich habe mich als sogenannter "Seiteneinsteiger" beworben. Nach meinem Jurastudium in Marburg arbeitete ich zunächst zwei Jahre in der freien Wirtschaft.

Ich hatte schon früher mit dem Gedanken gespielt, zur Polizei zu gehen. Dass es letztendlich das BKA wurde, war aber Zufall. In einer Juristenzeitung entdeckte ich eine Ausschreibung, in der nach Seiteneinsteigern für den höheren Dienst gesucht wurde. Zu dem Zeitpunkt (2009) war das noch nicht regelmäßig der Fall, aktuell stellt das BKA allerdings fast jedes Jahr Juristen ein, sowohl für die Laufbahn in der Kriminalpolizei als auch für die Laufbahn als Verwaltungsjurist.

Voraussetzung für meine Bewerbung war eine Abschlussnote von mindestens "befriedigend" in beiden Staatsexamina, außerdem musste ich Fremdsprachenkenntnisse nachweisen. Zum mehrtägigen Bewerbungsverfahren gehörte neben einem Assessment-Center, einem Sporttest und einer ärztlichen Untersuchung ein psycho-diagnostischer Test.
Nachdem ich das Auswahlverfahren erfolgreich bestanden hatte, durchlief ich eine 24-monatige Einarbeitungszeit, auch damals schon überwiegend in der Abteilung SO, und wurde im Anschluss zum Kriminalrat ernannt. Neben der Tätigkeit in mehreren Referaten im BKA absolvierte ich ein 10-monatiges Praktikum bei der Länderpolizei und studierte anschließend noch sechs Monate an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster.


Personalführung und der Sprung ins kalte Wasser

Die größte Herausforderung für mich als Seiteneinsteiger war der Sprung ins kalte Wasser. Von Beginn an war ich gemeinsam mit meinem Vorgesetzten für ca. 40 Mitarbeiter zuständig; das ist eine Menge Verantwortung.

Die Aufgabe "Personalführung", auch in komplexen Ermittlungsverfahren und – aktuell – in großen Schadenslagen, ist hierbei besonders hervorzuheben. Dies ist zwar einerseits oftmals sehr fordernd, andererseits macht es auch besonders Spaß.

Mein im Jura-Studium erworbenes Fachwissen hilft mir täglich bei der Einschätzung straf- und strafprozessualer Sachverhalte. Insbesondere kam es mir jedoch während meiner zwischenzeitlichen Tätigkeit im Justitiariat des BKA zugute. Dort durfte ich das BKA regelmäßig vor Gericht in Fragen des Datenschutz- und Verwaltungsrechts vertreten.

Auch in meinem jetzigen Bereich, zur dem u. a. die Wahrnehmung der Aufgabe "Waffenbehörde der Bundesrepublik Deutschland" zählt, profitiere ich noch sehr von den im Studium vermittelten Inhalten. In letztgenanntem Zusammenhang führt mein Weg regelmäßig nach Berlin, um dort die ministerielle Ebene bei der Einführung eines neuen Waffengesetzes zu beraten. Diese und weitere Aufgaben, wie die Wahrnehmung besonderer Tätigkeiten bei größeren Katastrophenfällen mit vermissten oder getöteten deutschen Staatsangehörigen oder die Leitung diverser Arbeitsgruppen im Zusammenhang mit der Einführung neuer und modernerer Informationstechnik für die nationalen Polizeidienststellen, machen die Arbeit im BKA sehr abwechslungsreich.


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