Bundeskriminalamt (BKA)

...Zahlungs­karten­krimi­nalität

Kriminelle versuchen auf unterschiedliche Weise an Zahlungskartendaten zu gelangen. Lesen Sie hier, wie die Täter vorgehen und wie Sie sich schützen können.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen drei Phänomenen im Bereich der Zahlungskartenkriminalität:

  1. Straftaten mit Einsatz von gefälschten Zahlungskarten
  2. Straftaten mit Einsatz von Zahlungskartendaten [card-not-present-fraud]
  3. Straftaten mit Einsatz von echten Zahlungskarten

     

1)      Straftaten mit Einsatz von gefälschten Zahlungskarten

Wie gelangen die Täter an meine Zahlungskartendaten?

Die Täter bringen sogenannte Skimming-Geräte ("skimming" engl. für "abschöpfen") an Geldautomaten und PoS-Terminals (Point-of-Sale, Geräte über die an Kassen mit der Zahlungskarte bezahlt wird) an. Diese Geräte lesen den Magnetstreifen der Zahlungskarte aus und speichern diese Daten, über zusätzliche Geräte wie Minikameras oder aufgesetzte PIN-Pads wird die PIN-Eingabe aufgezeichnet. Anschließend werden die Daten auf eine Karte mit Magnetstreifen übertragen, die dann in Geschäften oder an Bankautomaten eingesetzt werden kann.

Wie kann man sich schützen?

Es ist schwer, sich gegen den Abgriff der eigenen Kartendaten zu wehren, da die Täter die Skimming-Geräte häufig versteckt an oder in den Geldautomaten und PoS-Terminals anbringen. Grundsätzlich gilt: Bleiben Sie wachsam, achten Sie darauf, die PIN-Eingabe mit der Hand oder der Geldbörse zu verdecken. Grundsätzlich sind Manipulationen des Geldautomaten schwer zu entdecken, sollten Ihnen dennoch einmal etwas merkwürdig vorkommen, informieren Sie die Bank!

Können die gefälschten Karten mit Daten europäischer Zahlungskarten in Deutschland eingesetzt werden?

Nein, seit Einführung des EMV-Chips im Februar 2013 können die gefälschten Karten im SEPA-Raum (SEPA = Single Euro Payments Area, einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum) nicht mehr eingesetzt werden. Missbräuchliche Transaktionen mit diesen Zahlungskarten finden deshalb nur im außereuropäischen Raum statt.

 

2) Straftaten mit Einsatz von Zahlungskartendaten [card-not-present-fraud]

Hierbei handelt es sich um ein zunehmend verbreitetes Phänomen. Die Täter nutzen die Anonymität des Internet, um unbehelligt gestohlene Kreditkartendaten in Online-Shops einzusetzen. Um nicht selbst offen in Erscheinung zu treten, werden häufig sogenannte Waren-/Paketagenten eingesetzt. Diese oft leichtgläubig angeworbenen Personen lassen sich die Waren liefern und verschicken sie ins Ausland weiter. Personen, die als Waren-/Paketagenten die Pakete weiterleiten, machen sich strafbar!

Wie gelangen die Täter an meine Zahlungskartendaten?

Entweder bekommen die Täter die Daten durch die Karteninhaber selbst, indem diese durch Phishing-Mails oder manipulierte Webseiten getäuscht und zur Herausgabe ihrer Daten verleitet werden, oder durch Hacking-Angriffe auf im Zahlungsverkehr involvierte Unternehmen. 

Wie kann ich mich schützen?

Geben Sie ihre Zahlungskartendaten nie leichtfertig im Internet preis. Versuchen Sie, Phishing-Mails zu erkennen und löschen Sie diese sofort. Halten Sie den Virenschutz Ihres Computers immer auf dem aktuellen Stand und laden Sie nicht leichtfertig Programme oder Dokumente herunter.

Warum werden viele deutsche Zahlungskartendaten abgegriffen und eingesetzt?

Inhaber von Zahlungskarten deutscher Emittenten verfügen im internationalen Vergleich über eine hohe Bonität. Daher sind deren Zahlungskarten bzw. Kartendaten bevorzugtes Ziel von Straftätergruppierungen. Ein Großteil der Straftaten wird nicht angezeigt, da der Schaden des Betroffenen in der Regel durch die Geldinstitute und Kreditkartenorganisationen erstattet wird.

  

3) Straftaten mit Einsatz von echten Zahlungskarten

Die Täter nutzen die originale Zahlungskarte des Karteninhabers für missbräuchliche Umsätze oder Geldabhebungen.

Wie gelangen die Täter an meine Zahlungskarten?

Entweder verliert der Karteninhaber die Zahlungskarte oder die Täter gelangen durch Diebstahl in den Besitz der Karte.

Wie kann man sich schützen?

Merken Sie sich Ihre PIN und vernichten Sie im Anschluss den PIN-Brief. Schreiben Sie ihre PIN niemals auf und führen Sie sie in keinem Fall die PIN zusammen mit Ihrer Karte mit. Achten Sie bei der PIN-Eingabe im Geschäft oder am Geldautomaten darauf, dass Sie die Tastatur mit der Hand oder der Geldbörse verdecken. Bitten Sie Personen, die Ihrer Meinung nach die PIN-Eingabe beobachten könnten, Abstand zu halten. Sollte Ihre Karte abhandengekommen sein, nutzen Sie den Sperr-Notruf 116116, dieser ist auch aus dem Ausland mit der Ländervorwahl +49 zu erreichen!

Weitere Informationen zum Thema "Präventation" finden Sie auf der Internet-Seite www.polizei-beratung.de.

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