Bundeskriminalamt (BKA)

Ab­tei­lung "Schwe­re und Organi­sierte Krimi­nalität" (SO)

Deliktsbereiche

Festnahme, hier Abführung  per Handschellen

Die Abteilung Schwere und Organisierte Kriminalität (SO) bekämpft die Schwere und international Organisierte Kriminalität in den Deliktsbereichen:

  • Cyberkriminalität,
  • Gewalt- und Schwerkriminalität,
  • Eigentumskriminalität,
  • Rauschgiftkriminalität,
  • Wirtschafts- und Finanzkriminalität.

Dies erfolgt in Form von Ermittlungen und Auswertungen, aber auch durch kriminalpolitische unterstützende Beratung bei Gesetzesvorhaben und intensive internationale und nationale Zusammenarbeit (Zentralstellenfunktion).

Strafverfolgung

Gemäß der dem BKA gesetzlich zugewiesenen originären Zuständigkeit (§ 4 BKA-Gesetz) nimmt die Abteilung SO polizeiliche Aufgaben auf dem Gebiet der Strafverfolgung wahr, z. B. in Fällen des international organisierten ungesetzlichen Handels mit Waffen, Munition, Sprengstoffen, Betäubungsmitteln oder Arzneimitteln und der international organisierten Herstellung und Verbreitung von Falschgeld, die eine Sachaufklärung im Ausland erfordern sowie damit in Zusammenhang begangener Straftaten einschließlich der international organisierten Geldwäsche.

Auch die Bekämpfung besonders schwerer Fälle der Computersabotage, soweit diese sich gegen die innere und äußere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder gegen sicherheitsempfindliche Stellen von lebenswichtigen Einrichtungen richtet, fällt in den Aufgabenbereich der Abteilung SO.

Schwerpunkte von eigenen Ermittlungsverfahren sind aktuell beispielsweise Straftaten, bei denen das Internet Tatort und Tatmittel ist. Dies betrifft insbesondere die Verbreitung von Kinderpornografie, sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sowie den illegalen Handel mit Waffen, Rauschgift und Falschgeld.

Ein wichtiger Aspekt ist auch das Aufspüren und die Abschöpfung illegal erlangter Vermögenswerte, um Straftätern die Früchte ihrer Tat zu entziehen.

Zentralstelle, Auswerte- und Lagedienststelle

Neben diesen Ermittlungstätigkeiten erfolgt in der Abteilung SO im Rahmen der Zentralstellenfunktion des BKA auch die Sammlung und Auswertung wichtiger Meldungen über Straftaten und Straftäter. In dieser Rolle sowie als Nationales Zentralbüro für Interpol führen die deliktisch zuständigen Fachreferate der Abteilung den erforderlichen Schriftverkehr mit den zuständigen Stellen im In- und Ausland.

Zudem werden jährlich die aktuellen Erkenntnisse und Entwicklungen in den Deliktsbereichen der Schweren und Organisierten Kriminalität erhoben und zu entsprechenden Lageberichten zusammengestellt.

Bekämpfung der Organisierte Kriminalität (OK)

Das BKA fokussiert sich nicht allein auf die "klassischen" OK-Phänomene der Organisierten Kriminalität wie italienische Mafia-Organisationen, Drogenkartelle oder kriminelle Rockergruppierungen. Vielfach sind auch bei "alltäglichen" Delikten Tatbegehungen festzustellen, die an der Schwelle zur OK stehen, wie bspw. beim Wohnungseinbruchsdiebstahl oder beim "Call Center Betrug" durch organisierte Tätergruppierungen. Hier liegen neue Herausforderungen für die Polizei in Bund und Ländern.

In der Abteilung SO wurden daher im Jahr 2015 zur Intensivierung der Bekämpfung der OK die "Koordinierungsstelle OK (KOST-OK)" sowie ein zentrales Referat für deliktsübergreifende Auswertung im Bereich OK eingerichtet worden.

Die "KOST-OK" fungiert dabei u.a. als Bindeglied zwischen regionalen/nationalen und europäischen/internationalen Kooperationspartnern und bietet den Ländern die Möglichkeit, die Expertise des BKA in gemeinsamen operativen und analytischen Auswerteprojekten und Ermittlungsverfahren zu nutzen.

In dem neu eingerichteten Auswertereferat erfolgt in priorisierten Feldern der deliktsübergreifenden OK (DOK) eine Auswertung und Analyse sowie in erkannten Schwerpunkten eine projektbezogene Bund-Länder Zusammenarbeit.

Zur operativen Stärkung der OK-Bekämpfung wurde 2016 ergänzend ein Referat für deliktübergreifende Ermittlungen eingerichtet.

Polizeien von Bund und Ländern werden so in die Lage versetzt, flexibel und wirkungsorientiert auf neue oder sich zukünftig abzeichnende OK-Phänomene zu reagieren, die für mehrere Bundesländer, national oder international von Bedeutung sind.

Internationale Zusammenarbeit

Die Bekämpfung der Schweren und Organisierten Kriminalität erfordert eine ausgeprägte internationale Kooperation. Die Zusammenarbeit im europäischen Raum – insbesondere mit Europol – ist dabei von herausragender Bedeutung. Die Abteilung SO beteiligt sich an den meisten Analyseprojekten Europols (Focal Points).

Im Zusammenspiel mit INTERPOL werden eine Reihe von Projekten und Initiativen, u.a. in den Bereichen Rauschgifthandel, Kfz-Kriminalität, Cybercrime und OK aktiv begleitet und fachlich sowie personell unterstützt.