Bundeskriminalamt (BKA)

Ab­tei­lung "Kri­mi­nal­tech­ni­sches Institut" (KT)

Tatortgruppe

Die Tatortgruppe sichert mit modernsten Methoden die Spuren an Tatorten im In- und Ausland. Sie ist Service-Dienststelle für das BKA, die Polizeien der Länder sowie im Einzelfall für ausländische Behörden. Außerdem sind in der Tatortgruppe Spezialisten zum Entschärfen von Spreng- und Brandvorrichtungen eingesetzt. Aufgrund von Ersuchen oder wenn deutsche Interessen betroffen sind, werden die Tatortbeamten auch im Ausland tätig. Mehr Informationen zum Themenbereich Tatortarbeit finden Sie hier.

ABC-Schutz

Das BKA unterhält für alle sogenannten ABC-Themenfelder (atomaren, biologischen und chemischen Gefahren) ein wissenschaftliches Expertennetzwerk, das im Bedarfsfall zur polizeilichen Beratung aktiviert wird. Neben dem BKA sind das Bundesamt für Strahlenschutz und die Bundespolizei Mitglieder der "Zentralen Unterstützungsgruppe des Bundes für gravierende Fälle der nuklearspezifischen Gefahrenabwehr (ZUB)".

Identifizierungskommission (IDKO)

Die Identifizierungskommission (IDKO) ist im In- und Ausland bei Flugzeugunglücken oder anderen Katastrophen im Einsatz, um die zuständigen Behörden bei der Identifizierung von Opfern zu unterstützen. Mehr als 120 Spezialisten des BKA und über 70 externe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Rechtsmediziner, Zahnmediziner, psychosoziale Fachkräfte) stehen im Ernstfall zur Verfügung, um mit Zustimmung des betroffenen Staates schnellstmöglich zur Unglücksstelle entsandt zu werden. Mehr Informationen zum Themenbereich IDKO finden Sie hier.

Untersuchung von Tatortspuren

Pipettierung von Substanzen Kriminaltechnisches Institut

Im Kriminaltechnischen Institut des BKA werden jedes Jahr etwa 10.000 Untersuchungsaufträge bearbeitet. Die Aufträge stammen aus dem BKA, von anderen deutschen Polizeidienststellen oder Gerichten. Immer wieder werden jedoch auch Anfragen aus dem Ausland beantwortet.

Untersucht werden beispielsweise Waffen und Munitionsteile, verfälschte Urkunden, Körperflüssigkeiten wie Blut und Speichel, Einbruchspuren, Fingerspuren, Ton- und Bildaufzeichnungen, Rauschgifte und Explosivstoffe. Es werden Mikrospuren wie Glas- und Lacksplitter, Rückstände von Kleb-, Farb- und Markierungsstoffen, Textilfasern, Tier-, Pflanzen- und Bodenspuren untersucht. Manche Untersuchungsaufträge können mit Hilfe der im Kriminaltechnischen Institut vorhandenen Sammlungen schnell abgeschlossen werden, andere wiederum erfordern fachübergreifende und aufwändige, zuweilen äußerst komplexe Begutachtungen.

Mehr Informationen zu den Themenbereichen Tatortspuren und Sachbeweisen.

Kriminaltechnische Sammlungen und Datenbanken

Autolacksammlung Autolacksammlung

Das Kriminaltechnische Institut unterhält verschiedene Sammlungen, Datenbanken und Informationssysteme. Beispiele sind das Informationssystem Urkunden (ISU), die europäische Autolackdatenbank "European Collection of Automotive Paints" (EUCAP) oder die Munitionssammlung.

Kriminaltechnische Sachverständige und Gutachter

Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kriminaltechnischen Instituts übernehmen Sachverständigentätigkeiten und erstellen kriminaltechnische Gutachten, die vor Gericht verwendet werden.

Kriminaltechnische Forschung und Entwicklung

Im Kriminaltechnischen Institut des BKA wird Forschung und Entwicklung auf höchstem Niveau betrieben. Ziel ist es, Methoden zu verbessern, den Beweiswert zu erhöhen oder innovative Antworten auf neue kriminalistische Herausforderungen zu finden. Das BKA erfüllt damit seine Zentralstellen- und Koordinierungsfunktion: Es arbeitet eng mit den Landeskriminalämtern sowie mit kriminaltechnischen Instituten im Ausland zusammen. Darüber hinaus berät das Kriminaltechnische Institut andere Behörden und Einrichtungen, z.B. hinsichtlich der Fälschungssicherheit von internationalen Reisedokumenten und Zugangssystemen, die verstärkt biometrische Merkmale nutzen.

Internationale Zusammenarbeit

Auf europäischer Ebene hat sich insbesondere die Zusammenarbeit im Rahmen des 1995 gegründeten Netzwerks europäischer kriminaltechnischer Institute, das European Network of Forensic Science Institutes (ENFSI) als wertvoll erwiesen. ENFSI ist ein Verbund der wichtigsten kriminaltechnischen Institute in Europa.

Schulung und Ausbildung von anderen Polizeien

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kriminaltechnischen Instituts schulen Polizeiangehörige des In- und Auslandes. Kriminaltechnische Ausstattungs- und Ausbildungshilfen für ausländische Strafverfolgungsbehörden haben eine lange Tradition. Die Nachfrage hat in den letzten Jahren spürbar zugenommen, so dass BKA Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer häufiger als Beraterinnen und Berater unterwegs sind.

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