Fragen&Antworten

Statistik

Mit Ablauf des II. Quartals 2010 umfasste die DNA-Analyse-Datei einen Bestand von 868.764 Datensätzen.
Diese Gesamtzahl setzt sich zusammen aus 692.284 Personendatensätzen und 176.480 Spurendatensätzen.
Jeden Monat werden ca. 8.700 neue Datensätze in der DNA-Analyse-Datei erfasst.
Aufgrund von Fristablauf oder aus anderen Gründen (z.B. Klärung offener Spuren) wurden seit 1998 etwa 131.000 Datensätze wieder gelöscht.

Seit Errichtung der Datei wurden 101.983 Treffer erzielt (Stand: 31.06.2010).
Hierbei wurde in 22.282 Fällen ein Tatzusammenhang festgestellt (Spur-Spur-Treffer, d.h. derselbe Spurenverursacher an verschiedenen Tatorten).
79.701 mal wurde eine Tatortspur einer Person, einem Spurenverursacher, zugeordnet und damit vermutlich eine Tat aufgeklärt.

Insgesamt verteilen sich die Spur-Person bzw. Person-Spur Treffer wie folgt auf die verschiedenen Deliktsformen:

Deliktsbereich Anzahl
Straftaten gegen das Leben 915
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 1.716
Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit 1.120
Straftaten gegen die persönliche Freiheit 92
Diebstahlsdelikte 63.554
Raub und Erpressung 5.391
Straftaten gegen die öffentliche Ordnung 293
Gemeingefährliche Straftaten 644
Betrug/Untreue 155
Beleidigung 102
Sachbeschädigung 485
Strafgesetzbuch 3.117
Nebengesetze (BtmG, WaffG etc.) 1.393

(Aufgrund einer Änderung der statistischen Erfassung der Trefferdaten beinhaltet die Tabelle nur die Treffer nach dem 30.09.2000, daher weicht die Endsumme von der Gesamttrefferzahl ab)


Beispielhafte Aufklärungserfolge

Mord 1973
27 Jahre nach dem Sexualmord an einer Schülerin wurden im Jahr 2000 die seinerzeit gesicherten, aber bislang nicht auswertbaren DNA-Spuren nochmals aufgearbeitet. Nachdem er zum DNA-Test aufgefordert worden war, stellte sich der Täter freiwillig.

Mord 1988
Nach dem Sexualmord an einer Schülerin waren Spermaspuren gesichert worden, die 2004 retrograd analysiert wurden. Die Ergebnisse führten über einen Treffer in der DNA-Analyse-Datei zur Aufklärung der Straftat.

"Zugmord" 1995
Im Jahr 2000 wurde der Täter nach retrograder Erfassung überführt. Das Opfer war im Regionalzug Dresden-Zwickau vergewaltigt und dann zur Vertuschung der Tat aus dem fahrenden Zug geworfen worden.

Doppelmord "Adolph" 1997
Die im Jahr 2000 retrograd erhobene Speichelprobe eines wegen schweren Raubes seit 1998 einsitzenden 34-Jährigen klärte den Fall.

Mord 2005
Der Mörder eines Mode-Designers in München wurde innerhalb von zwei Tagen identifiziert.

Aufklärung Mordfall 2006
Durch einen DNA Abgleich, der erst jetzt aufgrund der neuen wissenschaftlichen Kenntnisse durchgeführt werden konnte, wurde ein deutscher Täter identifiziert, der 1983 in Frankreich und 1989 in Deutschland einen Mord begangen hatte und für weitere Übergriffe auf Frauen international polizeilich bekannt war.

Größter DNA-Massentest 2008
Aufgrund des bisher größten durchgeführten DNA- Massentests in Deutschland konnte der Täter gefunden werden, der 2006 zwei Mädchen entführt und vergewaltigt hatte.

Freispruch nach DNA Abgleich 2009
Dank eines DNA-Abgleichs wurde nach 35 Jahren Haftstrafe die Unschuld eines Mannes in den USA erwiesen. Er war wegen Entführung und Vergewaltigung eines Jungen verurteilt worden und wurde nun freigesprochen.

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