PKS Berichtsjahr 1998 Gesamtüberblick


2. Gesamtüberblick

2.1 Bekanntgewordene Fälle

2.1.3 Räumliche Verteilung der Kriminalität

Die Gesamtbevölkerung und die registrierten Straftaten verteilten sich 1998 auf die vier Gemeindegrößenklassen wie folgt:




Die Tatorte wurden den vier Gemeindegrößenklassen ausschließlich nach der Einwohnerzahl der politischen Gemeinde, in der sich der jeweilige Fall ereignete, zugeordnet. Sozioökonomische Aspekte oder die geographische Lage des Tatortes blieben hierbei unberücksichtigt. So werden auch der Einwohnerzahl nach zwar kleine, aber urbanisierte Gemeinden aus industriellen Ballungsräumen oder aus dem Umkreis von Großstädten zur Gruppe der kleinsten Gemeinden geschlagen, obwohl sie ihrer Struktur nach zum großstädtischen Einzugsbereich gehören. Dennoch läßt bereits diese grobe Einordnung der Tatorte in den nachstehenden tabellarischen Aufstellungen deutliche Unterschiede der Kriminalitätsstruktur erkennen. Großstädte ab 500 000 Einwohner heben sich durch deutlich höhere, Gemeinden unter 20 000 durch relativ niedrige Häufigkeitszahlen ab.



*)   Die Auflistung ist nicht vollständig.
**)  prozentualer Anteil diese Gemeindegrößenklassen an der Wohnbevölkerung am 01.01.1998
***) einschl. der ZERV-Fälle, die aber zahlenmäßgi nicht mehr ins Gewicht fallen; siehe auch Seite 32 und 127 ff.

In den kleinsten Gemeinden bis 20 000 Einwohner wurden überdurchschnittlich oft z.B. Brandstiftungen und Straftaten gegen die Umwelt registriert, relativ selten dagegen Raub. Der höchste Tatortanteil für Großstädte ab 500 000 Einwohner wurde unter den oben aufgeführten Straftaten(gruppen) insbesondere bei Raubdelikten, bei Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straftaten gegen die öffentliche Ordnung, bei Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikten verzeichnet.



*)  Die Auflistung ist nicht vollständig.
**) einschl. der ZERV-Fälle, die aber zahlenmäßig nicht mehr ins Gewicht fallen; siehe auch Seite 32 und 127 ff.

Die Häufigkeit der registrierten Fälle - bezogen auf jeweils 100.000 Einwohner - wächst bei der Mehrzahl der aufgeführten Straftaten mit der Einwohnerzahl der Gemeindegrößenklasse. Dies gilt zumal für Aggressions-, Diebstahls-, Vermögens- und Rauschgiftdelikte. Bei Brandstiftung und Straftaten gegen die Umwelt sind dagegen auch kleine Gemeinden unter 20.000 Einwohner relativ stark belastet.

Kriminalitätsverteilung nach Ländern


Hinweise:
Beim Ländervergleich ist zu beachten, daß ein erheblicher Teil der Täter und auch der Opfer nicht zur Wohnbevölkerung des jeweiligen Tatortlandes gehört. Allein in Hessen wohnen ca. 10 % der Arbeitnehmer in einem anderen Bundesland. Sehr hoch dürfte das Pendleraufkommen auch in den Stadtstaaten sein. Hinzu kommen Touristen, Wohnsitzlose und auch andere Gruppen, die nicht zur Wohnbevölkerung des Tatortlandes gehören, deren Taten jedoch diesem Land angelastet werden. Erkennbar wird bei der polizeilich registrierten Kriminalität insgesamt ein Nord-Süd- und, noch stärker ausgeprägt, ein Ost-West-Gefälle, das sich aber in den letzten Jahren verringert hat. Diese regionalen Unterschiede können nicht allein durch unterschiedliches Anzeigeverhalten erklärt werden. Vielmehr kommen Ursachen wie z.B. günstigere Tatgelegenheiten in Betracht. Empirisch gesicherte Beweise gibt es hierfür aber nicht.



*)  Die Auflistung ist nicht vollständig.
**) einschl. der ZERV-Fälle, die aber zahlenmäßgi nicht mehr ins Gewicht fallen; siehe auch Seite 32 und 127 ff.

Bei Diebstahl unter erschwerenden Umständen, Diebstahl -insgesamt- von Kraftwagen sowie Mopeds und Krafträdern, Waren- und Warenkreditbetrug und Sachbeschädigung z.B. weisen die neuen Länder gegenüber den alten einschl. Gesamt-Berlin eine deutlich höhere statistische Belastung auf. Umgekehrt übertreffen die Häufigkeitszahlen der alten Länder mit Gesamt-Berlin diejenigen der neuen z.B. bei Betrug - insgesamt -, Wohnungseinbruch und insbesondere bei Rauschgiftdelikten erheblich.

Registrierte Kriminalität in den Städten ab 100 000 Einwohner 1998
Teil 1


Beim Vergleich ist die Anmerkung auf Seite 53 zu beachten.

Hinweis:
In Hamburg sind 1997 ca. 10.000 Erfassungsbelege (ca. 6.000 Fall- und ca. 4.000 Tatverdächtigenbelege) wegen eines defekten Lesegerätes erst 1998 in der PKS erfaßt worden.

Registrierte Kriminalität in den Städten ab 100 000 Einwohner 1998
Teil 2



Anmerkung:
Beim Vergleich ist vor allem zu beachten, daß sich das Anzeigeverhalten und die Deliktsstruktur in diesen Städten unterscheiden kann, daß Bevölkerungsstruktur und Tätermobilität unterschiedlich sind, und daß bei der Berechnung der Häufigkeitszahlen nur die amtlich gemeldete Wohnbevölkerung, nicht jedoch Pendler, Touristen, Durchreisende, Stationierungsstreitkräfte und andere nicht gemeldete Personen bei der Einwohnerzahl berücksichtigt sind, deren Zahlen ebenfalls von Stadt zu Stadt erheblich differieren .
Ein weiterer wichtiger Verzerrungsfaktor sind komplexe Ermittlungsvorgänge mit zahlreichen Einzelfällen; so z.B. 1997 in Hamburg mit ca. 28.000, Rostock mit ca. 10.500 Fällen.

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