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Erkennungsdienst

Automatisierter Fingerabdruckvergleich

Das Bundeskriminalamt unterhält zentrale erkennungsdienstliche Einrichtungen und Sammlungen. Diese dienen unter anderem

  • der Identifizierung von Personen,
  • der Identifizierung unbekannter Toter,
  • der Feststellung von Tatzusammenhängen,
  • der Durchführung von Personenfeststellungsverfahren und
  • der Erstellung von Gutachten für Polizei- und Justizbehörden.

Zur Identifizierung ist der Fingerabdruck als ein unveränderliches und individuelles Merkmal für die kriminalistische Arbeit besonders interessant.
Das BKA erhält von allen in Deutschland bei erkennungsdienstlichen Maßnahmen angefertigten Fingerabdruckblättern entweder eine Ausfertigung in digitaler oder analoger Form. Die Fingerabdrücke werden in das Automatisierte Fingerabdruck-Identifizierungs-System (AFIS) erfasst und u.a. mit Fingerabdruckspuren abgeglichen, die z.B. von Unbekannten an Tatorten hinterlassen worden sind. Tatverdächtige können so schnell identifiziert, Unschuldige entlastet oder Tatzusammenhänge aufgedeckt werden. Im Bundeskriminalamt sind zurzeit Fingerabdruckblätter von über 2.800.000 Personen erfasst.

Aufgrund dieses Bestandes konnte das BKA im Jahre 2012 bei etwa 34% der vom Erkennungsdienst bearbeiteten Vorgänge Fingerabdrücke bestimmten Personen zuordnen.

Durchschnittlich werden dem Bundeskriminalamt im Verlauf eines Monats rund 29.000 Fingerabdruckblätter zur Auswertung übersandt. Gleichzeitig werden die Bestände gemäß datenschutzrechtlicher Bestimmungen regelmäßig bereinigt. Im Jahr 2012 wurden 224.653 Fingerabdruckblätter ausgesondert.

Seit Anfang 2006 ist es möglich, Personenidentifizierungen anhand von Fingerabdrücken nicht nur von Telebild- bzw. Livescanstationen, sondern auch von in Streifenwagen installierten biometrische Systemen mit Hilfe des Fast-ID-Verfahren durchzuführen. Hinter dem Begriff Fast-ID verbirgt sich ein mobiler Einzelfingerscanner mit dem ein oder mehrere Fingerabdrücke aufgenommen und im AFIS-Gesamtbestand recherchiert werden können. Das Antwort-Zeit-Verhalten beträgt zwischen einer und drei Minuten. Neben dem allgemeinen Streifendienst wird Fast-ID auch im Rahmen von Vorkontrollen bei Großveranstaltungen (Fußballspiele, Konzerte etc.) und Razzien genutzt.

Im Rahmen der internationalen Rechtshilfe wurden dem BKA in 2012 darüber hinaus rund 6.000 Fingerabdruckblätter aus dem Ausland zur Auswertung übersandt.

Zu einer "erkennungsdienstlichen Behandlung" gehört nicht nur die Abnahme von Fingerabdrücken, sondern auch die Fertigung von Lichtbildern und Beschreibung der Person. Seit Mitte 2003 werden die Lichtbilder bundesweit nur noch digital aufgenommen und zentral beim Bundeskriminalamt gespeichert. Ende 2004 wurde mit dem Aufbau des digitalen, zentralen Personenbeschreibungsbestandes im Informationssystem der Polizeien des Bundes und der Länder (INPOL)begonnen und seitdem weitergeführt. Derzeit sind über 3,4 Millionen Lichtbilder von ca. 2,4 Millionen verschiedenen Personen und ca. 2,7 Millionen Personenbeschreibungen im INPOL gespeichert.

Durch den direkten Zugriff auf die INPOL-Daten stehen allen inländischen Polizeidienststellen für ihre vielfältige Aufgabenerfüllung die Lichtbilder sowie Personenbeschreibungen sofort und aktuell zur Verfügung.

Das BKA führt zur Identifizierung von Straftätern Lichtbildvergleiche durch und erstellt Gutachten.

Beim Bundeskriminalamt ist seit 1998 eine zentrale DNA-Analyse-Datei als wichtiges Hilfsmittel zur schnellen und sicheren Identifizierung von Wiederholungstätern eingerichtet, die Straftaten von erheblicher Bedeutung begangen haben. Bei Tatortspuren unbekannter Täter können nach der Analyse von hierbei gesicherten Körperzellen mithilfe dieser Datei Tatzusammenhänge hergestellt werden. Die Datei wird nur mit solchen Daten gespeist, die nach strengen gesetzlichen Vorgaben von Beschuldigten, Verurteilten und aus Tatortspuren erhoben worden sind. Für die Analyse wird nur der nicht codierende Teil der DNA herangezogen, der zur Identifizierung ausreichend ist. Die von Personen erhobenen Vergleichsproben werden anschließend vernichtet. Mit Ende des IV. Quartals 2012 waren in der DNA-Analyse-Datei 998.661 Datensätze gespeichert, davon ca. 20% Tatortspuren noch unbekannter Spurenleger. Die Aufklärungsquote lag zu diesem Zeitpunkt bei 33,7%, d.h. bei jedem 3. Spuren-Datensatz konnte ein Zusammenhang zwischen Täter und Spur festgestellt werden.

Weitere aktuelle Informationen rund um die DNA-Analyse finden Sie unter http://www.bka.de/nn_205984/DE/ThemenABisZ/DnaAnalyse/dnaAnalyse__node.html?__nnn=true.

Im Rahmen der "Personenfeststellung" werden mit erkennungsdienstlichen Mitteln die "rechtmäßigen" Personalien einer Person ermittelt. Das ist unter anderem deshalb von Bedeutung, weil z.B. die Vorstrafen im Bundeszentralregister über Personalien erschlossen werden.

Das Bundeskriminalamt stellte im Jahr 2012 bei knapp 1.000 Ausländern, die in Deutschland erkennungsdienstlich behandelt wurden, in Zusammenarbeit mit ausländischen Polizeidienststellen durch Nachweis von Geburtsurkunden und Anerkennungszeugen die Personalien fest. In ca. 1.100 Fällen wurden die rechtmäßigen Personalien von Deutschen oder in Deutschland wohnhaften Ausländern auf Ersuchen ausländischer Polizeidienststellen in Deutschland ermittelt.



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