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Kfz-Kriminalität

Kfz-Diebstahl

Die seit Jahren weitgehend einheitliche rückläufige Entwicklung in Deutschland weist 2008 erstmals eine unterschiedliche Entwicklung der Deliktszahlen auf. Die Gesamtbetrachtung der statistischen Daten spricht für eine Verlagerung der Tatorte von West nach Ost. In diesem Zusammenhang lassen sich zwei Tendenzen erkennen:

Die Täterseite hat ihre Aktivitäten neu ausgerichtet. Bisher wurden die entwendeten Fahrzeuge in Deutschland zwischengelagert und in Zerlegehallen "ausgeschlachtet". Nunmehr kann festgestellt werden, dass die Fahrzeuge unmittelbar nach der Entwendung in Richtung Zielland überführt werden. Dieser Trend und das damit einhergehende Unterlaufen von innerdeutschen Fahndungsmaßnahmen könnten zukünftig die Zahl der dauerhaft abhanden gekommenen Fahrzeuge weiter erhöhen. Der Deliktsbereich der Kraftfahrzeugdiebstähle wird seit Jahren bundesweit von osteuropäischen Tätergruppierungen dominiert und die angrenzenden osteuropäischen Staaten sind sowohl wichtige Absatzmärkte als auch Transitstaaten im internationalen illegalen Kraftfahrzeughandel. Nur verbesserte Schutzmaßnahmen und internationale Kooperation können einen Anstieg verhindern.

Ein zweiter Aspekt neben der Änderung des Täterverhaltens ist die Ballung der Tatorte. Mit einem Rückgang der entwendeten deutschen Fahrzeuge in Polen und der Tschechischen Republik korrespondiert eine Erhöhung in den grenznahen deutschen Bereichen. Die polnischen und tschechischen Zahlen bestätigen diesen Trend. Ursächlich für die Verlagerung dürfte die Erweiterung des Schengenraums 2008 sein.
Die Feststellungen in Deutschland korrespondieren zudem mit Lageberichterstattungen aus Österreich. Dort ist mit Jahresbeginn 2008 ein Fallzahlenanstieg für Pkw-Entwendungen von über 30% zu verzeichnen, der nach dortiger Auffassung ebenfalls im Zusammenhang mit der Osterweiterung gesehen wird. Die Sicherstellungen von in Österreich entwendeten Fahrzeugen erfolgten überwiegend im osteuropäischen Raum, insbesondere in Ungarn und der Slowakischen Republik.

Auch die großen deutschen Fahrzeugvermieter haben im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg der dauerhaften Entwendungen von Kfz festgestellt, wobei die sinkende Zahl der wieder aufgefundenen Mietfahrzeuge ein weiterer Hinweis auf die zügige Verbringung entwendeter Fahrzeuge ins Ausland ist.

Spezialisierte Tätergruppierungen sind nach wie vor in der Lage, die Mehrzahl der neuwertigen Kfz durch Eingriffe in die EWS-Technik (Elektronische Wegfahrsperre) zu entwenden. Gleichwohl sind vermutlich aufgrund der weiteren Verbesserung der Sicherungstechnik insbesondere hochwertiger Fahrzeuge
steigende Tendenzen im Bereich „Jacking“ festzustellen - im Jahr 2008 kam es zu einem merklichen Anstieg einiger Formen der Jackingdelikte. Aufgrund der Wirksamkeit der aktuellsten Wegfahrsperrentechnik könnten sich die Fallzahlen in diesen Phänomenbereichen weiter erhöhen bzw. zumindest auf höherem Niveau stabilisieren.

Lagebilder Kfz-Kriminalität

Das Bundeslagebild „Kfz-Kriminalität“ enthält in gestraffter Form die aktuellen Erkenntnisse zur Lage und Entwicklung im Bereich der Kfz-Kriminalität.
Die Aussagen des Lagebildes basieren überwiegend auf den Zahlen der "INPOL-Sachfahndung", der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), den Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).



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