Internationale Funktion
Das BKA koordiniert als zentrale Kriminalpolizei in Deutschland die Kriminalitätsbekämpfung auch auf internationaler Ebene. Ihm obliegt grundsätzlich der polizeiliche Dienstverkehr mit Polizei- und Justizbehörden sowie weiteren öffentlichen Stellen anderer Staaten. Internationale Kooperation bei der Kriminalitätsbekämpfung wird groß geschrieben - mit nahezu allen Polizeizentralen rund um den Globus unterhält das BKA feste Verbindungen.
"Interpol Wiesbaden" ist die Adresse, über die sich das BKA - als nationales Zentralbüro für die Internationale Kriminalpolizeiliche Organisation (IKPO-Interpol) - unter Einsatz modernster Kommunikationsmittel in den Nachrichtenaustausch mit den polizeilichen Partnern in aller Welt einschaltet. Für Europa ist das Europäische Polizeiamt "Europol" ein zentraler Kooperationspartner, in dem alle Mitgliedsstaaten der EU präsent sind. Das BKA nimmt, als nationale Stelle für Europol, hier ebenfalls zentrale Aufgaben für Deutschland wahr.
Auch die nationale Zentralstelle für das Schengener Informationssystem (SIS), die sogenannte "SIRENE" (Supplementary Information Request at the National Entry) für Deutschland, wurde im BKA eingerichtet. Nach der Abschaffung der Grenzkontrollen an den Binnengrenzen der Schengen-Vertragsstaaten werden im SIS länderübergreifend Sachen und Personen ausgeschrieben, die von einem der Vertragsstaaten gesucht werden, sowie Personen, denen die Einreise in das Schengen-Gebiet zu verweigern ist.
Das BKA ist der deutsche Partner der Polizeien Europas und der Welt. Es unterhält derzeit ein Netz von 68 Verbindungsbeamtinnen und -beamten in 52 Staaten, die zusammen mit der Ausbildungs- und Ausstattungshilfe die wichtigsten Säulen der "Vorverlagerungsstrategie" des BKA darstellen. Sie beschaffen vor Ort Informationen, die in Deutschland für die Strafverfolgung wichtig sind. Sie steuern Hinweise der deutschen Polizei in die ausländischen Staaten. Auch liefern sie Daten für eine zukunftsgerichtete Kriminalitätseinschätzung, auf deren Grundlage strategische Grundsatzentscheidungen und Maßnahmen für eine wirksame Verbrechensverhütung und -verfolgung getroffen werden können. Diese Kooperation ist keine Einbahnstraße: Das BKA arbeitet ebenfalls eng mit über 100 Verbindungsbeamten aus mehr als 40 Staaten zusammen, die ihre Büros direkt im BKA oder aber an den diplomatischen Vertretungen in Deutschland eingerichtet haben.
Neben der Durchführung von Fachlehrgängen und Symposien im Ausland bildet das BKA auch Stipendiaten aus aller Welt in Deutschland aus und macht sie mit den Methoden und Techniken deutscher Ermittlungsarbeit vertraut. Diese neu gewonnenen polizeilichen Ansprechpartner tragen wesentlich zur Verbesserung des Informationsaustauschs bei und leisten damit wertvolle Unterstützung in grenzüberschreitenden Verfahren.






