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Allgemeine Hinweise zur PKS – Bedeutung, Inhalt, Aussagekraft

Vorbemerkung

Bereits zum 1. Januar 2008 wurde die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) von einem bundeseinheitlichen vierstelligen auf einen bundeseinheitlichen sechsstelligen Straftatenschlüssel sowie auf die sogenannte Einzeldatensatzanlieferung umgestellt. Die Umstellung des Datenaustauschs auf den Einzeldatensatz erfolgte im Parallelbetrieb, das heißt, die Länder konnten 2008 die PKS-Standardtabellen auch noch in der herkömmlichen aggregierten Form anliefern.

Zum 1. Januar 2009 haben alle Bundesländer auf die Anlieferung der Daten in Form von Einzeldatensätzen umgestellt. Die Kriminalitätsentwicklung kann damit durchgängig in den differenzierteren sechsstelligen Straftatenschlüsseln abgebildet werden. Die Tabellen werden auf Basis der jeweiligen vorliegenden Einzeldatensätze in den Landeskriminalämtern und dem Bundeskriminalamt (BKA) nach festgelegten Regeln erstellt. Systembedingt können die auf Bundesebene ermittelten Werte geringe Abweichungen zu den in den Ländern veröffentlichten Daten aufweisen.

Durch die Umstellung auf den Einzeldatensatz konnte zudem auf Bundesebene erstmals eine "echte" Tatverdächtigenzählung durchgeführt werden; das heißt, Tatverdächtige, die in mehreren Bundesländern während des Berichtszeitraums auffällig geworden sind, werden in den Bundestabellen nur einmal erfasst. Bis einschließlich 2008 war dies aufgrund der Anlieferung der Ländertabellen an das Bundeskriminalamt in aggregierter Form nur auf Länderebene möglich. Dadurch kam es zu Überzählungen auf Bundesebene.

Bedeutung

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) dient der

  • Beobachtung der Kriminalität und einzelner Deliktsarten, des Umfangs und der Zusammensetzung des Tatverdächtigenkreises sowie der Veränderung von Kriminalitätsquotienten,
  • Erlangung von Erkenntnissen für vorbeugende und verfolgende Kriminalitätsbekämpfung, organisatorische Planungen und Entscheidungen sowie kriminologisch-soziologische Forschungen und kriminalpolitische Maßnahmen.

Inhalt

Die PKS ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Das bedeutet, dass in ihr nur die der Polizei bekannt gewordenen und durch sie endbearbeiteten Straftaten, einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche und der vom Zoll bearbeiteten Rauschgiftdelikte, bei Abgabe an die Staatsanwaltschaft erfasst werden.

Nicht enthalten sind Staatsschutzdelikte, Verkehrsdelikte (mit Ausnahme der Verstöße gegen §§ 315, 315b StGB und § 22a StVG), Straftaten, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland begangen wurden, und Verstöße gegen strafrechtliche Landesgesetze, mit Ausnahme der einschlägigen Vorschriften in den Landesdatenschutzgesetzen.

Die PKS enthält insbesondere Angaben über

  • Art und Zahl der erfassten Straftaten,
  • Tatort und Tatzeit,
  • Opfer und Schäden,
  • Aufklärungsergebnisse,
  • Alter, Geschlecht, Nationalität und andere Merkmale der Tatverdächtigen.

Die nachstehenden Aussagen beziehen sich, soweit nichts anderes vermerkt ist, auf das Bundesgebiet insgesamt.

Aussagekraft

Besonders folgende Faktoren begrenzen die Aussagekraft der PKS:

Dunkelfeld

In der PKS wird nur das sogenannte Hellfeld – also die der Polizei bekannt gewordene Kriminalität – erfasst. Aufgrund fehlender statistischer Daten kann das sogenannte Dunkelfeld – die der Polizei nicht bekannt gewordene Kriminalität – in der PKS nicht abgebildet werden. Wenn sich zum Beispiel das Anzeigeverhalten der Bevölkerung oder die Verfolgungsintensität der Polizei ändert, kann sich die Grenze zwischen dem Hell- und Dunkelfeld verschieben,
ohne dass eine Änderung des Umfangs der tatsächlichen Kriminalität damit verbunden sein muss.

Einflussfaktoren

Folgende mögliche Einflussfaktoren können sich auf die Entwicklung der Zahlen in der Polizeilichen Kriminalstatistik auswirken:

  • Anzeigeverhalten (zum Beispiel unter Versicherungsaspekten),
  • polizeiliche Kontrolle,
  • statistische Erfassung,
  • Änderung des Strafrechts,
  • echte Kriminalitätsänderung.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik bietet also kein getreues Spiegelbild der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktsart mehr oder weniger starke Annäherung an die Realität.

Erfassungs-/Bewertungskriterien

  • Die Erfassung in der PKS erfolgt vorrangig anhand gesetzlicher Tatbestände und nur eng begrenzt auch unter kriminologischen Gesichtspunkten.
  • Die Erfassung erfolgt bei Abgabe des Vorgangs an die Staatsanwaltschaft. Die Aktualität der PKS wird daher durch Straftaten mit langer Ermittlungsdauer gemindert.
  • Die PKS beruht auf dem Erkenntnisstand bei Abschluss der polizeilichen Ermittlungen. Straftaten werden zum Teil von der Polizei, insbesondere wegen des unterschiedlichen Ermittlungsstandes, anders bewertet als von der Staatsanwaltschaft oder den Gerichten. Deswegen und auch wegen unterschiedlicher Erfassungszeiträume und -grundsätze lässt sich die PKS mit der Verurteiltenstatistik der Justiz nicht vergleichen.
  • Die PKS differenziert zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen ohne Berücksichtigung des Migrationshintergrundes.

Betrachtungszeitraum der Kriminalitätsentwicklung

Die Zeitreihen beginnen mit dem Basisjahr 1993, nicht mit dem Berichtsjahr 1991. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass wegen erheblicher Anlaufschwierigkeiten die PKS-Zahlen für die neuen Länder in den Berichtsjahren 1991 und 1992 umstellungsbedingt viel zu niedrig ausgefallen waren, sodass sie keine brauchbare Basis für den Vergleich mit den Daten der Folgejahre bildeten. Ab 1993 hat sich die Erfassung in den neuen Ländern weitgehend normalisiert.

Durch die Einführung der länderübergreifend „echten“ Tatverdächtigenzahlen ab 2009 ist die Anzahl der Tatverdächtigen für 2009 mit den Vorjahren nicht unmittelbar vergleichbar.



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