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Kriminalitätslage - Internationale Statistiken |
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Eine breite Palette wichtiger und bedeutsamer Daten für Behörden, Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Journalisten und die breite Öffentlichkeit, die für die Arbeit bzw. im Alltag von Nutzen sind, bietet das statistische Amt der Europäischen Union, EUROSTAT. Die Servicebehörde EUROSTAT soll der Europäischen Union einen hochwertigen statistischen Informationsdienst zur Verfügung stellen.
Zur aktiven Teilnahme an einem demokratischen Europa benötigen alle Akteure qualitativ hochwertige, unparteiliche, verlässliche und vergleichbare statistische Daten. Die Daten müssen unbeschränkt zugänglich sein, mit anderen Worten: Schlüsselinformationen dürfen einzelnen Bürgern, Unternehmen und öffentlichen Stellen nicht vorenthalten werden, diese Akteure sollten vielmehr einen gleichberechtigten Zugang zu den verfügbaren Daten genießen. EUROSTAT und seine Partner im Europäischen Statistischen System (ESS) bieten über die frei einsehbaren Daten auf der EUROSTAT-Website jedermann gleichen Zugang zu einer großen Bandbreite umfassender Informationen über die Entwicklung von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt in Europa. Internationale Statistiken sind auch ein Mittel, die Nachbarn in anderen Mitgliedstaaten und Ländern außerhalb der EU kennenzulernen. Sie sind eine wichtige Messgröße, mit deren Hilfe sich objektiv und realitätsnah darstellen lässt, wie alle leben und oftmals auch "wo der Schuh klemmt". In diesem Zusammenhang erstellt EUROSTAT europäische Statistiken zu den verschiedensten Themenbereichen, die Vergleiche zwischen Ländern und Regionen ermöglichen. Dazu gehören ebenfalls statistische Darstellungen zur Kriminalität in den EU-Mitgliedstaaten und zukünftig auch Auswertungen zur Viktimisierung (Opferwerdung).
Eine wichtige Rolle spielt EUROSTAT zudem bei der Harmonisierung von statistischen Definitionen und Berechnungsmethoden, beispielsweise in Gestalt von Initiativen zur Harmonisierung internationaler Kriminalstatistiken.
Der Zugang zu den Daten wird über die Website von EUROSTAT (Link: http://epp.eurostat.ec.europa.eu/) oder das Portal "Europäischer Datenservice (EDS)" des Statistischen Bundesamtes (Link: http://www.eds-destatis.de/; dort: Rubrik "Bevölkerung, Arbeit und Soziales" wählen) ermöglicht.
Die Nutzer haben, je nach Bedarf, mehrere Möglichkeiten, um auf die Daten zuzugreifen: Nicht-Fachleute finden die komprimierte Tabellen oder Grafiken und Karten, Spezialisten können sich komplexere Datensätze aus den einzelnen Datenbanken herausziehen (selbstdefinierte Auszüge). Angeboten werden über 300 Millionen Daten. Sie sind nach Themen und Fachgebieten geordnet.
Über Links erhalten Spezialisten zudem ausführliche Informationen über die angewandte Methodik. Die Datenbanken werden täglich aktualisiert.
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Bereits im Jahr 2006 wurde die Entwicklung einer umfassenden und kohärenten EU-Strategie zur Messung von Kriminalität und Strafverfolgung in einem EU-Aktionsplan für die Jahre 2006-2010 festgehalten (KOM(2006) 437). Im Zuge der Ausgestaltung der Vereinbarung wurde u. a. auch beschlossen, Statistiken über Kriminalität und Strafverfolgung von EUROSTAT aufbereiten und in der Veröffentlichungsreihe "Statistik kurz gefasst" publizieren zu lassen.
Zu diesem Zweck wurden von den EU-Mitgliedstaaten die in deren Zuständigkeitsbereich verfügbaren Statistikdaten zusammengetragen und ausgewertet. Die Ergebnisse können der Broschüre "Statistik kurz gefasst" entnommen werden. Da die Methoden und Definitionen in den EU-Mitgliedstaaten erheblich voneinander abweichten, war der Aussagegehalt der Auswertungen zunächst sehr eingeschränkt. Zugleich wurden jedoch parallel Abstimmungsprozesse initiiert, um ein System von besser vergleichbaren Statistiken über Kriminalität und Strafverfolgung auf EU-Ebene zu entwickeln. Diese Prozesse dauern an.
Bislang sind drei Ausgaben erschienen, die den Titel "Kriminalität und Strafverfolgung" tragen: |
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Die Dokumente werden regelmäßig im Portal "Europäischer Datenservice (EDS)" des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht (Link: http://www.eds-destatis.de/; dort: Rubrik "Bevölkerung, Arbeit und Soziales" und anschließend "Statistik bzw. Daten kurz gefasst" wählen).
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Das European Sourcebook of Crime and Criminal Justice Statistics bietet eine vergleichende Darstellung der europäischen Kriminaljustizsysteme. Angesichts grenzüberschreitender Kriminalitätsprobleme kann sich eine Kriminologie, die sich den gegenwärtigen Herausforderungen stellen will, nicht auf nationale Gegebenheiten und Einschätzungen beschränken. Das Sourcebook-Projekt geht weit über die bloße Zusammenstellung von statistischen Zahlen hinaus, vielmehr betrifft es auch Kommentare zu den verschiedenen Kriminaljustizsystemen, Mitteilungen über gesetzliche Änderungen und Trendanalysen der verschiedenen zahlenmäßigen Entwicklungen. Projekte wie das European Sourcebook of Crime and Criminal Justice Statistics können dazu beitragen, dass der internationale Anspruch der Kriminologie keine bloße Forderung bleibt, sondern Wirklichkeit wird.
Bislang sind vier Ausgaben veröffentlicht worden (jeweils in den Jahren 1999, 2003, 2006 und 2010). (Link: http://www.mkwi2010.de/de/62140.html oder http://www.europeansourcebook.org/index.html).
Die vierte, methodisch überarbeitete und erweiterte Ausgabe wurde im Juli 2010 veröffentlicht. Sie kann im Veröffentlichungsbereich der niederländischen Justizforschungsstelle WODC herunter geladen werden (Link: http://www.wodc.nl/publicaties/).
Auch für die vierte Ausgabe wurde die Basisstruktur, bestehend aus den fünf Kapiteln "Offences and offenders known to the police", "Prosecution", "Convictions and sentences", "Corrections including non-custodial sanctions und "Survey data" beibehalten. Kapitel 5 enthält Erkenntnisse des in verschiedenen Jahren zwischen 1989 und 2005 durchgeführten International Victimisation Surveys (ICVS). Das erste Mal sind zusätzlich Informationen zur selbstberichteten Kriminalität unter Jugendlichen (im Alter zwischen 13 und 16 Jahren) enthalten, die 2006 im Rahmen des in 17 verschiedenen europäischen Staaten durchgeführten "Second international self-reported delinquency survey" gewonnen wurden.
Weitere Informationen zur Historie und zum Inhalt des European Sourcebook of Crime and Criminal Justice Statistics: |
Für einen tieferen Einblick in die Methodik der europaweiten Erfassung und den Vergleich von Straftaten wird auf die folgende, von der EU-Kommission geförderte und 2010 veröffentlichte Publikation hingewiesen:
"Defining and Registering Criminal Offences and Measures - Standards for a European Comparison"/ J.-M. Jehle and S. Harrendorf (Hrsg.)
(Link: http://webdoc.sub.gwdg.de/univerlag/2010/GSK10_jehle.pdf)
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Auch das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) veröffentlicht regelmäßig umfangreiche Statistiken zum Thema Kriminalität.
Einen weltweiten Vergleich von Tötungsdelikten ermöglicht die Homicide Statistics (Statistik zu Tendenzen der Häufigkeit von Tötungsdelikten). Hierbei wird die Zahl der Tötungsdelikte, die auf 100.000 Einwohner kommen, von UNODC sowohl auf der Basis nationaler als auch internationaler Quellen berechnet. In Übereinstimmung mit seinem Mandat, mit nationalen Strafrechtsbehörden zusammen zu arbeiten, konzentriert sich das in Wien ansässige Büro auf deren Daten, die im Bedarfsfall von Zahlen aus dem medizinischen Bereich ergänzt werden. In den meisten Ländern der Welt herrscht generell gute Übereinstimmung zwischen diesen beiden Quellen. Jedoch drücken die Daten zu gewaltsamen Todesfällen von medizinischen und Strafverfolgungs-Einrichtungen feine Unterschiede aus, so dass sie kaum exakt übereinstimmende Zahlen liefern. Dennoch stellt diese Statistik eine wertvolle Quelle dar, um Größenordnungen im länderübergreifenden Vergleich festzustellen. Die Statistik kann ohne eine Registrierung von der Internet-Präsenz der UNODC geladen werden.
Ein weiteres wichtiges Produkt veröffentlicht UNODC mit dem United Nations Surveys on Crime Trends and the Operations of Criminal Justice Systems (CTS). Bei dieser Erhebung werden alle Staaten weltweit zur Meldung von umfangreichen Kriminalitätsstatistiken aufgefordert. Die Daten des CTS sollen nicht nur dem internationalen Kriminalitätsvergleich aus akademischer Sicht dienen, sondern gezielt auch kriminalpolitischen Belangen einzelner Länder, insbesondere Länder, die noch nicht über hochentwickelte statistische Systeme verfügen, aufgreifen. Bisher werden die Daten allerdings nur sehr wenig nachgefragt. Die Daten sind nach Registrierung bei der UNODC kostenfrei abrufbar. Hierzu muss zunächst Name, Vorname und Behörde bei der UNODC hinterlegt werden.
Eine besondere Erwähnung - jenseits der statistischen Belange - verdient das UNODC-UNECE Manual on Victimization Surveys, das von der UNODC-UNECE Task Force on Victimization Surveys in jahrelanger Arbeit erstellt und zwischenzeitlich publiziert wurde. Die umfassende Darstellung all dessen, was bei der Planung und Durchführung von Opferbefragungen zu berücksichtigen ist, ist im Hinblick auf einen internationalen Kriminalitätsvergleich essentiell. Besonders Länder, in denen bisher noch keine Opferbefragungen durchgeführt worden sind, werden von dem Manual, das sich auf die Erfahrungen der Länder mit regelmäßigen Opferbefragungen (z.B. British Crime Survey und National Crime Victimization Survey der USA) stützt, erheblich profitieren.
Da das Auffinden der Dokumente in dem umfangreichen Internet-Angebot der Vereinten Nationen eine komplexe Angelegenheit darstellt, soll die nachfolgende Beschreibung die Zugangsmöglichkeiten erläutern und vereinfachen: |
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Link: http://www.unodc.org bzw.
http://www.unodc.org/unodc/en/data-and-analysis/Crime-Monitoring-Surveys.html?ref=menuside
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Eine formularmäßige Zusammenfassung der Kriminalitätssituation in Deutschland wurde in der Vergangenheit auch für die Internationale Kriminalpolizeiliche Organisation (IKPO-Interpol) durchgeführt.
Dabei wurden in Tabellen – getrennt nach Darstellungen für das Bundesgebiet und das Gebiet der Bundeshauptstadt Berlin – die Anzahl der registrierten Straftaten für bestimmte Phänomenbereiche (inkl. Versuche, Aufklärungsquote und Häufigkeitszahl), aber auch täterbezogene Aspekte (Gesamtzahl, Geschlecht, grobe Altersdifferenzierung), aufgeführt. Aufgrund der besonderen Kategorisierung ist eine unmittelbare Vergleichbarkeit dieser „IKPO-Statistik“ mit der deutschen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) jedoch nicht möglich, mit Ausnahme der Daten zur Gesamtkriminalität.
Die vorgenannten Belege wurden bis zum Jahr 2006 von Interpol zusammengeführt und auf deren Webpräsenz (Link: www.interpol.int) veröffentlicht. Mit Entscheidung der 75. Generalversammlung der IKPO-Mitgliedstaaten (19.-22.06.2006) wurde jedoch beschlossen, dieses Serviceangebot einzustellen. Gründe hierfür waren maßgeblich die rechtlichen, organisatorischen und erfassungsmäßigen Unterschiede zwischen den Staaten, die teilweise ganz erheblich ausfielen. Insbesondere für jene Staaten (u. a. auch europäische Staaten), die über keine nationale Kriminalstatistik für die Gesamtkriminalität verfügten (allenfalls für besondere Deliktsbereiche), bestand eine besondere Herausforderung mit der Generierung der IKPO-Tabellen.
Aufgrund der weiterhin bestehenden Nachfrage – vor allem von ausländischen staatlichen Stellen – nach einer sehr komprimierten Darstellung der Kriminalitätssituation in Deutschland, hat sich das BKA entschlossen, die Erstellung der IKPO-Tabellen bis auf weiteres unverändert fortzuführen.
Die Belege ab dem Jahr 1997 sind nachfolgend hinterlegt: |
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