Technologien

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte : Signal- und Bildverarbeitung

Der Umgang mit Informationen im Zusammenhang mit Straftaten ist eine zentrale Aufgabe der Polizei.

Wesentlicher Bestandteil dieser Informationen sind Bilder, die in den unterschiedlichsten Formen,herkömmlich auf Papier, Filmmaterial oder Videokassetten, aber auch auf CD's oder Disketten vorliegen können.

Fotos und Videoaufnahmen zeigen

  • Tatabläufe,
  • Täter,
  • Fingerabdrücke,
  • Spuren aller Art,
  • Tatwerkzeuge,
  • gestohlene oder sichergestellte Wertsachen,
Kontrastanhebung und Druckrasterabschwächung (Fingerabdruck)

die Liste ließe sich fast beliebig verlängern.

Die rasante Entwicklung der Techniken zur Bildwandlung, Speicherung und Verarbeitung großer Datenmengen hat zu einer schnellen Ausbreitung von Anwendungen mit Bildverarbeitungsfunktionen geführt. Damit ist die Bildverarbeitung eine Schlüsseltechnologie bei der Verbrechensbekämpfung der Zukunft.

Der Gruppe "Technologien" des Bundeskriminalamtes steht ein umfangreiches Instrumentarium an Hard- und Software für Forschung, Entwicklung und Erprobung von Verfahren bei der Bearbeitung von Bildern unterschiedlichster Art zur Verfügung.

Die im Bereich Signal- und Bildverarbeitung vorhandenen Möglichkeiten werden aber auch zur Unterstützung der alltäglichen polizeilichen Arbeit eingesetzt. Hierzu wird bundesweit ein Bildverbesserungsservice angeboten, in dessen Rahmen nicht oder nur schlecht auswertbare Bilder einer digitalen Aufbereitung unterzogen werden.

Die digitale Verarbeitung von Bildern ist ein besonders geeignetes und bei speziellen Bildstörungen das einzig mögliche Instrument, um eine Bildverbesserung zu erzielen und die gestörte Bildinformation zu restaurieren. Zu den oftmals reduzierfähigen Störungen zählen
  • Fehlbelichtung,
  • Defokussierung,
  • Bewegungsunschärfe,
  • Rauschen.
Untergrundsubtraktion (Schuhabdruckspur)

Als Instrumente der Bildverbesserung werden die Optimierung des Grauwerthistogramms, inverse Filterung, Bildaddition, Untergrundsubtraktion, affine Transformation etc. verwendet.

Ein Großteil der zu bearbeitenden Bilder aus der polizeilichen Praxis weisen massive Störungen auf. Diese sind mit konventionellen Verfahren der Einzelbildverbesserung nicht in hinreichendem Maße zu beseitigen. Häufig sind jedoch eine ganze Reihe von Bildern mit ähnlichen Inhalten vorhanden (Video, Rollfilme aus automatischen Kameras). Üblicherweise wird diese Tatsache nur zur Auswahl geeigneter Bilder genutzt, ohne die Redundanzen zu verwerten.

Die Gruppe "Technologien" entwickelte daher Verfahren und praxisgerechte Werkzeuge, die gezielt Informationen aus einer Bildfolge zusammenfassen und zur Verbesserung einzelner Bilder eingesetzt werden können. Vorteile gegenüber der Einzelbildverbesserung sind hauptsächlich die bessere Behebbarkeit von Bewegungsunschärfe und die deutliche Rauschminderung. Diese erleichtert bzw. ermöglicht nicht nur die Erkennung feiner Details, sondern kann auch bei der Restauration von massiven Störungen sehr hilfreich sein. Restauration einer Bewegungsunschärfe (Kfz-Kennzeichen)

Die rasante Entwicklung der digitalen Fotografie wird durch die Gruppe "Technologien" besonders intensiv beobachtet. Die vielfältigen Möglichkeiten der Verfälschung und Vervielfältigung digital vorliegender Bildinformationen können in Zukunft die Beweiskraft des Bildes erheblich verringern. Fragen nach der Auswertbarkeit und Aussagekraft digitaler Bilder stehen daher aktuell im Vordergrund der Forschungsaktivitäten im Bereich der Signal- und Bildverarbeitung.

Ein spezielles Problem beim Umgang mit digitalen Bildern stellen beschädigte Bilddateien dar, die mit normalen Mitteln oft nicht, nur teilweise oder nicht sicher auswertbar sind.

Schon bei fehlerfreien Bilddateien hat man zuweilen den Effekt, dass verschiedene Betrachtungsprogramme auch unterschiedliche Sichten eines Bildes vermitteln. Bei fehlerbehafteten digitalen Bildern ist die Streuung der Darstellungen noch wesentlich größer, so dass eine sichere Aussage zum Inhalt eines Bildes unter Umständen nur nach mühsamen und langwierigen Untersuchungen getroffen werden kann. Im Bereich des verbreitetsten Formats, nach den Erfindern "JPEG" (= Joint Photographics Experts Group) genannt, wurde ein Hilfsmittel geschaffen, das die Analyse und Rekonstruktion wesentlicherleichtert. Damit können Bildinhalte sichtbar gemacht werden, die andernfalls für die Ermittlungen verloren gingen. Das nachfolgende Beispiel zeigt die Rekonstruktion einer Tatortaufnahme, auf der das Kennzeichen des Tatfahrzeuges sichtbar (und lesbar) gemacht werden konnte. Rekonstruktion einer Bildschärfe (Aufnahme mit Beobachtungskamera)

Die Gruppe "Technologien" des BKA
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte : Signal- und Bildverarbeitung
Der Computer als Kommissar : Spezielle Informationssysteme
Mit Sicherheit mehr Sicherheit : Technische Prävention
Wer sucht der findet : Fingerspuren und Detektion
Tatort Cyberspace : Spurensuche in Bits und Bytes
Der Blick nach vorn : Kriminalität und Polizei im 21. Jahrhundert
Spiel ohne Grenzen : Internationale Zusammenarbeit
zurück zum Drucken hier klicken 
© 2008 Bundeskriminalamt Wiesbaden | Impressum
Sämtliche Daten sowie alle Teile der Dokumentation unterliegen dem Urheberrecht. Alle Rechte sind geschützt. Jegliche Vervielfältigung oder Verbreitung, ganz oder teilweise, bedarf der vorherigen Zustimmung. Der Nachdruck von Pressemitteilungen ist mit Quellenangabe gestattet. Herausgeber: Bundeskriminalamt, 65173 Wiesbaden