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Forschungsprojekt Hacktivisten

Abschlussbericht zum Projektteil der Hellfeldbeforschung

Hacktivisten

Hacktivismus ist ein neues Phänomen, hervorgebracht durch die globale informations- und kommunikationstechnische Vernetzung. Ohne IuK-Technologien, ohne soziale Medien und ohne das Internet gäbe es keinen Hacktivismus, der als eines von vielen Cybercrime-Phänomenen letztlich nichts anderes als die digitalisierte Form von Aktivismus ist.

Fundierte Erkenntnisse zu diesem Phänomen gibt es kaum. Literatur und Studien zum Hacktivismus sind rar. In Medien, Politik und Gesellschaft herrscht Begriffsverwirrung, Hacktivismus wird hier häufig mit Cyberterrorismus verwechselt oder per se mit profitorientierten Cyberkriminellen gleichgesetzt. Immer wieder wird von der Gefahr drohender Angriffe auf kritische Infrastrukturen gesprochen, die auch oder vor allem von Hacktivisten befürchtet werden.

Um die Szene der Hacktivisten, ihr Vorgehen und das Gefährdungspotenzial hacktivistischer Aktionen genauer beschreiben zu können und von verwandten Cybercrime-Phänomenen wie z. B. denen des Hackings und des Cyberterrorismus abzugrenzen, wurde ein Projekt mit der Fokussierung auf das Hellfeld konzipiert.

Hacktivisten nutzen ähnliche Vorgehensweisen wie andere Cyberkriminelle – wie z. B. DDoS-Angriffe, Web-Defacements, Ausspähen von Daten etc. – jedoch mit einer anderer Zielrichtung: So agieren Hacktivisten niemals profitorientiert, sondern um sich für ideologische Zwecke und Prinzipien einzusetzen und Sympathisanten zu mobilisieren. Dass dabei dennoch materieller Schaden entstehen kann, zeigen die Beispiele.

Es konnten eine erste fundierte Erkenntnisbasis zum Phänomen Hacktivismus und eine klare begriffliche und inhaltliche Abgrenzung zu anderen Cybercrime-Phänomenen geschaffen werden. Aufgrund fehlender Informationen zu Tätern und/oder Schäden in den registrierten Fällen konnte der Projektteil zum Hellfeld jedoch nicht alle Ziele vollständig umsetzen. Durch die Bewertung der gewonnenen Erkenntnisse zum Phänomen durch die Experten konnten die Ergebnisse entsprechend ihrer Relevanz in die repressive, präventive und akademische Praxis eingeordnet werden.

Um die bisherige aus dem Hellfeld gewonnene Erkenntnisbasis zu erweitern und zu vervollständigen, sollen in einem anschließenden Projektteil "Dunkelfeld" mittels verschiedener Methoden weitere Erkenntnisse zu den Aspekten des Hacktivismus gewonnen werden, die bislang zu sehr im Dunkeln geblieben sind, weil Fälle beispielsweise nicht zur Anzeige gebracht und (polizeilich) registriert wurden.

Im Rahmen des Forschungsprojekt Hacktivisten wurden letztes Jahr ca. 4.500 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen zum Thema Hacktivismus und Cybersicherheit mittels eines Online-Fragebogens befragt. Mit einer Rücklaufquote von 21 % nahmen über 970 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen an dieser Befragung teil. Die Verteilung der Größen und Branchenzugehörigkeit der Unternehmen, die an der Online-Befragung teilgenommen haben, entspricht zudem – bis auf wenige Ausreißer – der Gesamtverteilung aller Unternehmen in Deutschland. Die Ergebnisse zu den verschiedenen Themenkomplexen wie u.a. Aktivismus, Hacktivismus, digitale Angriffe, Schäden und Anzeigenerstattung sind damit hinreichend belastbar und lassen sich dem Ergebnisbericht Online-Befragung entnehmen.

zum Ergebnisbericht Online-Befragung - Projektteil Dunkelfeld -

zum Abschlussbericht des Projektteils der Hellfeldbeforschung



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